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# NAZA
- URL: https://www.ja-aber.eu/naza/
- Published: 2026-10-07T10:32:30.000Z
- Updated: 2026-10-23T10:35:31.000Z
- Author: Sarah Olbrich

### *Der Kollateralschaden – Streitschrift zum Kinofilm* 

Wer ins Kino geht, wünscht sich gute Unterhaltung. Seit gut zwanzig Jahren hat es auch die Dokumentation in dieses Genre geschafft. Man wünscht sich dann gute Information. Was das bedeutet, verlieren wir zunehmend, die Öffentlich-Rechtlichen machen es vor. Zu oft gerät das Was in den Hintergrund. Das Wie hat übernommen.[\[1\]](applewebdata://A091DFDA-C568-43D4-84B0-B1949B9CDFAF#%5Fftn1) **Dass ein Film wie NAZA ohne jegliche Einordnung zur Vorführung kommt, ist erneuter Druck in einer ohnehin geladenen Zeit.**

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****NAZA** – Dokumentarfilm der israelischen Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor, die 2025 für „No Other Land“ den Oscar gewannen. 24 anonymisierte Angehörige von Militär und Geheimdienst berichten, von der Operation in Gaza. „NAZA“: hebräisches Kürzel für Kollateralschaden.

Der Film ist, wie wenn man eine Kamera in einem Beichtstuhl aufhängt, oder **über dem Sofa eines guten Psychotherapeuten**. Zusammen mit Abraham – dem Regisseur und Interviewer in einer Person – hört sich das Publikum die Beichte an, die vermeintliche Beichte des Volkes Israel, während wir dem Volk wie Spione von einem Dach aus durch das Fenster in seinem scheinbar unbelasteten Alltag zuschauen. Ich bezweifle nicht im Ansatz die Authentizität des Dargestellten. Im Gegenteil.

Doch **die Konstruktion, in die das „Wahre“ eingefügt wird**, macht den Film zu einer Propagandawaffe, und das müssen sich sowohl die Filmschaffenden als auch das Publikum gefallen lassen: **Wem dient sie?**

Was wir sehen und was wir erfahren, ist moderne Kriegsführung, völlig ungeschminkt. Was ich in diesem Film gelernt habe, ist, dass nicht irgendwo entfernt Leute am Computer sitzen und Knöpfe drücken und vom Leid nichts mitbekommen. Im Gegenteil, **sie sind ganz nah dran**, sie greifen mit einem totalen Überwachungsapparat auf Telefone und Handys zu, inklusive deren Kameras und Mikrofone. Sie hören Familiengespräche, sie wissen, wann die Triggerworte für die KI, die den Tötungsprozess auslösen, fallen, und sie hören die Schreie der Zerfetzten, bis sie sterben. Mit Kameras sind sie überall, sie sehen, wie Tiere Leichen fressen, sie töten Menschen, die sich nicht an die Regeln halten. All das ist ziemlich unerträglich. Mit Schmerz und Empörung reagiert das Publikum. Zu Recht. Es zeigt unser Bedürfnis nach Schutz und nach Frieden. **Das Problem ist, dass der Film es nicht schafft, das in ein Spannungsfeld der ganzen Wahrheit zu setzen, das auch dem Publikum wehtut**.

Wir denken bei Soldaten an Uniform, Helm und Gewehr. **Die Soldaten heute sitzen an Monitoren und trainieren eine KI.** Sie sind trotzdem Soldaten – mit derselben Pflicht zu gehorchen und derselben Grenze, an der der Gehorsam endet. Diese Grenze wird zunehmend komplexer – auch das zeigt dieser Film.

Nichts in diesem Film ist Zufall. Er ist brillant geschnitten, und er weiß bei jedem Schnitt, was er tut. Ein Soldat erzählt, wie er sah, dass ein Hund die Leiche eines Kindes fraß. Ein anderer sagt an anderer Stelle, es habe Spaß gemacht – und meint die Operation, das konzentrierte Arbeiten, die Kameraden, die erfüllten Ziele. Das ist die Wahrheit jedes Krieges: **Soldaten halten durch, weil die Gemeinschaft, die Konzentration, das Adrenalin sie trägt**, und in dieser Gemengelage kann sogar so etwas wie Freude entstehen. Der Film ordnet das nicht ein. Er lässt beide Sätze stehen und nimmt in Kauf, dass sie im Kopf des Zuschauers zu einem verschmelzen: **Es macht ihnen Spaß, Kinder zu töten (!)**. Das ist die älteste Legende gegen Juden, und ein Film dieser Präzision weiß das. Und all die gebildeten Menschen im Publikum, die seit den 70er Jahren Dokumentationen über das Dritte Reich in ihrem Bildungsfernsehen geschaut haben, fallen genau darauf rein.

#### ****Die Ritualmordlegende**

**England, 1144\. In einem Wald bei Norwich wird die Leiche eines Jungen gefunden, William. Jahre später schreibt ein Mönch, Thomas von Monmouth, die Geschichte auf, die Europa sieben Jahrhunderte lang begleiten wird: Die Juden der Stadt hätten das Kind zu Ostern gequält und getötet, um das Leiden Christi zu verhöhnen. Bald kommt ein zweites Motiv dazu, zuerst 1235 in Fulda: Juden bräuchten das Blut christlicher Kinder für ihre Rituale.*

***Die Wirkung:** **Wo die Legende auftaucht, brennen Menschen. 1171 werden in Blois über 30 Juden verbrannt. 1475 werden in Trient Juden gefoltert und hingerichtet, und das angeblich ermordete Kind Simon wird als Märtyrer verehrt. Die Legende überlebt das Mittelalter: Konitz in Westpreußen 1900, der Prozess gegen Menahem Beilis in Kiew 1913, eine Sondernummer des NS-Hetzblatts Der Stürmer 1934\. Noch 1946 löst im polnischen Kielce das Gerücht von einem entführten christlichen Kind einen Pogrom mit 42 Toten aus, ein Jahr nach Auschwitz.*

***Wem sie diente:** **Örtlichen Herrschern, die ihre Schulden bei jüdischen Geldverleihern loswurden. Kirchen und Wallfahrtsorten, die an den „Kindermärtyrern“ verdienten. Und jedem, der für ein ungeklärtes Unglück einen Schuldigen brauchte. Päpste haben die Legende mehrfach verurteilt, zuerst Innozenz IV. 1247, aufgehalten hat sie das nicht. Die Verehrung Simons von Trient schaffte die Kirche erst 1965 ab.*

***Was daran wahr war:** **Nichts, außer den toten Kindern. Die Geständnisse wurden unter Folter erpresst. Die jüdische Religion verbietet den Genuss von Blut ausdrücklich, deshalb wird koscheres Fleisch sogar eigens ausgeblutet.*

Gegen Ende fragt Abraham, **ob das ein Völkermord sei**. Er fragt nach, und dann noch einmal, bis sein Gegenüber – so habe ich es im Kinosaal verstanden – zustimmt. Wer so fragt, will die Antwort. Der Film will diesen Befund, und er holt ihn sich.

Ein Film, der Kontext vorgaukelt, ihn aber mit klischeehaften Ausschnitten und Sätzen liefert, braucht Einordnung. Versuchen wir es mal hier. Der Film setzt einmal 1967 an, Israel hat Gaza besetzt. So etwas steht dann da als Entry Point. Das Publikum denkt – ui, auch schon böse. Was viele im Publikum aber nicht wissen: Israels Nachbarn haben es 1948 und 1973 überfallen, 1973 am höchsten Feiertag. 1967 schlug Israel zuerst zu, nachdem Ägypten die Meerenge von Tiran gesperrt, seine Armee auf dem Sinai zusammengezogen und Nasser öffentlich von Krieg gesprochen hatte. Alle Nachbarn haben seine Existenz von Anfang an bestritten. **Das ist ein bisschen ein ungutes Gefühl in so heikler Nachbarschaft**. **Das können wir uns kaum vorstellen. Denn wir klagen bis zu den höchsten Gerichten, wenn der Baum des Nachbarn über unseren hübschen Garten reicht.** Und dann kommt’s – aus irgendeinem Grund sind die Damen und Herren gut im Kampf. Es kann an der militärischen Grundausbildung liegen, an der realen Kampferfahrung, oder es kann an der Motivation liegen, diese heißt – Überleben! 

Nicht umsonst gehört in Israel seit 1992 ein Schutzraum, der Mamad, in jeden Neubau, und er wird regelmäßig gebraucht. Raketenbeschuss auszuhalten, gerne auch aus mehreren Richtungen gleichzeitig, ist für Israelis Alltag. Aber es macht etwas mit einem.

Ein Grundproblem aller Berichterstattung, die vermeintlich kritisch und anspruchsvoll bleiben will: Keine Reportage kommt ohne einen Satz über „das Trauma“ aus. Aber er bleibt Floskel. **Die Redaktionen, in denen mal Profis saßen, merken nicht (oder doch?), dass Bilder von Absperrband in oasenartigen Kibbuzim den Ruinen in Gaza nichts, wirklich gar nichts entgegensetzen können.**

**Der 7\. Oktober „has not been televised“**. Ein, zwei Tage lang kursierten die Bilder, die zeigen, was Israels Trauma ausmacht – aufgenommen von den Bodycams der Terroristen. Dann verschwanden sie aus dem Netz, gelöscht zum Schutz der Opfer und ihrer Würde. Was blieb, lief in geschlossenen Vorführungen, für Journalisten und Diplomaten. Wir wissen, was „televised“ heißt: die Flugzeuge, die am 11\. September in die Türme fliegen, wieder und wieder, bis jeder sie im Schlaf sieht. Vom 7\. Oktober haben wir kein solches Bild. Wir haben eine Zahl und ein Datum. Das Grauen selbst ist nie bei uns angekommen, weil es zu unfassbar ist, um es zu zeigen. Genau deshalb begreifen wir es nicht.

ZEUGIN Irene Cohn 

„Du betrittst das Haus eines Menschen, den du nicht kennst. Er ist nicht zu Hause, weil er getötet wurde. Überall, Körperreste an der Decke, am Ventilator, an der Wand. Du gehst in den Schutzraum, und es ist ein Blutbad. Du siehst ein Stockbett und weißt, dass darin zwei kleine Kinder geschlafen haben.“

Freiwillige Helferin bei ZAKA · [Edut 710](https://www.edut710en.org/testimonies/https%3A%2F%2Fyoutu.be%2Fzhu9l75sjo8?ref=ja-aber.eu) 

ZEUGE Eitan Cunio 

„Plötzlich rieche ich Benzin unter der Tür des Schutzraums. Ich sage zu meiner Frau: ‚Sie zünden unser Haus an.‘ Das Fenster war rot. Alles, was ich dagegenhielt, verbrannte. Es wurde so still, dass es unheimlich war.“

Überlebender, Kibbuz Nir Oz · [Edut 710](https://www.edut710en.org/testimonies/eitan-cunio-nir-oz?ref=ja-aber.eu) 

ZEUGE Avi Firuz 

„Ich hielt eine Pfanne, eine schwere gusseiserne, meine Frau Shantel zwei Messer. Wir standen hinter der Tür des Schutzraums und haben gewartet. Mehr hatten wir nicht.“

Überlebender · [Edut 710](https://www.edut710en.org/testimonies/avi-firuz-netiv-haasara?ref=ja-aber.eu) 

Jetzt nur als Gedankenübung. Hätte der Film begonnen mit diesen Szenen. Oder gar mit den Originalmitschnitten, die Israel zum Schutz der Opfer unter Verschluss hält. Was hätte das mit der Rezeption des Publikums gemacht? Wir sind es gewöhnt, irgendwo vorbeizuscrollen und dann engagiert mitzureden und zu verurteilen, empört. Aber wir sind es nicht mehr gewöhnt, beide Seiten wirklich zu verstehen. **Die Gegenperspektive ist zum Bericht-Klischee verkommen.** Der „Tiere“-Satz des damaligen Verteidigungsministers Gallant über die Hamas-Kämpfer[\[2\]](applewebdata://A091DFDA-C568-43D4-84B0-B1949B9CDFAF#%5Fftn2) fiel unter dem Eindruck der Bilder vergewaltigter Frauen und der Zeugen die das Gemetzel vor ihren Häusern aus ihren Mamads hörten und jeden Augenblick mit dem eigenen Tod rechneten. Wir haben alle im Kopf das Bild einer vergewaltigten Frau mit ihrer blutverschmierten Hose, am Leben, laufend – das war „televised“. Naja, denkt man wahrscheinlich. Schlimm. Aber? Wer die Aufzeichnungen nicht kennt, glaubt leichter den Zweifeln, die im Netz kursieren. Der Rest war zu schlimm, als dass er der Weltöffentlichkeit zum Feierabendkonsum bereitgestellt wurde. Das Problem ist: Wenn wir es nicht sehen, verstehen wir es nicht.

HINTERGRUND Der Dinah-Projektbericht 

Lange galt sie als unvermeidlicher Teil des Krieges. Heute erkennt das Völkerrecht **sexualisierte Gewalt** im Konflikt als bewusstes, strategisches Mittel an: **Sie entmenschlicht ihre unmittelbaren Opfer** und verbreitet so Angst, um eine Gruppe, eine Gemeinschaft, eine Nation herabzuwürdigen. Indem sie die Sexualität angreift – eine der ursprünglichsten Quellen des Lebens und ein **Symbol für das Fortbestehen der Menschheit –**, sendet sie allen eine Botschaft von Tod und Zerstörung. 

Was der Dinah-Bericht belegt 

• **Sexuelle Gewalt war am 7\. Oktober weit verbreitet und systematisch,** an mindestens sechs Orten: beim Nova-Festival, auf der Route 232, auf dem Stützpunkt Nahal Oz und in den Kibbuzim Re’im, Nir Oz und Kfar Aza. 

• Die Taten folgten Mustern: **Opfer wurden teilweise oder ganz nackt gefunden, die Hände gefesselt, oft an Bäume oder Pfähle. Es gibt Belege für Gruppenvergewaltigungen mit anschließender Hinrichtung, für Genitalverstümmelung** und öffentliche Demütigung. 

• In der Geiselhaft ging die Gewalt weiter. Mehrere Freigelassene berichten von erzwungener Nacktheit, Belästigung, sexuellen Übergriffen und Drohungen mit Zwangsheirat. 

• **Die meisten Opfer können nicht mehr sprechen.** Sie wurden während oder nach der Tat ermordet oder sind zu traumatisiert, um auszusagen.

The Dinah Project, „A Quest for Justice: October 7 and Beyond“, Juli 2025 

**Was der Film außerdem verpasst: zu sagen, welche Möglichkeiten auf der anderen Seite bestanden hätten.** Zum Beispiel die vollständige, bedingungslose Freilassung der Geiseln. Zum Beispiel, wenn sich die Weltöffentlichkeit stärker an Israels Seite gestellt hätte, statt sich in die moralisch leichtere Rolle zu flüchten: Kritik an Israel, aus der wenig folgte, während der Antisemitismus Höchststände seit Beginn der Erfassung erreichte (siehe auch: „[Kopftuch und Kippa](https://www.ja-aber.eu/kopftuch-und-kippa/)“). Es war Trump, der an Israels Seite stand, und es war Trump, der am Ende einen Waffenstillstand durchsetzte. Man muss ihn nicht mögen, um die Lehre zu verstehen: **Einfluss hat, wer Partner ist. Wer am Zaun steht und jammert, wird nicht gefragt.**

Was dieser Film zeigt, bzw. was diese Kriegsbeteiligten darstellen, ist zuerst einmal Krieg. Es ist das Töten von Menschen. In einem Land, in dem per Demographie 40 % der Menschen unter 15 Jahre alt sind, sind das viele Kinder. Das ist so furchtbar grausam. Es gibt keinen Krieg in Städten ohne **tote Kinder**. Auch keinen, den wir für gerecht halten. Und ich glaube, dass wir uns als Gesellschaft damit mal ganz klar beschäftigen sollten. Denn ein Teil unserer Wirtschaft und, bemerkenswerter noch, **die Heilshoffnung für unsere Wirtschaft liegt gerade in der Waffenproduktion**.[\[3\]](applewebdata://A091DFDA-C568-43D4-84B0-B1949B9CDFAF#%5Fftn3) Das kommt mal in dem ein oder anderen Beitrag. Aber es ist nicht Diskurs! Stattdessen wiederholen wir lieber die hundertste Umfrage zur Unbeliebtheit des Kanzlers oder schmeißen die zehnte Reform (Zuckersteuer) wieder über den Haufen. Pillepalle. Mann!

**Wir rüsten auf.** Wofür rüsten wir auf? Krieg. Krieg hat Regeln, die seit 1949 in den Genfer Konventionen festgeschrieben sind, und doch führt Krieg zu Kriegsverbrechen – auch das ist eine tragische Regel. Krieg erfordert Opfer. Krieg heißt verrecken. Das fast friedlich anmutende Wort ‚sterben‘, oder noch schlimmer der Euphemismus ‚fallen‘ für Soldaten und Soldatinnen, scheint mir keine geeignete Bezeichnung. **Und wir empören uns über Israel. Von unserem hohen Ross. Wollen wir Krieg? Nein! Um Gottes willen, nein!**

**Und jetzt kommt das Aber:** Wenn wir den nicht wollen. Nun, dann müsste konsequenterweise eigentlich Hitler noch an der Macht sein, bzw. inzwischen seine Nachfolgenden. Wenn wir keinen Krieg wollen, aber sagen wir mal unser Nachbar kein Problem hat mit Krieg, was ist denn dann? Sagen wir, jawoll, so ist es nun mal, komm, nimm unser Land, das passt schon? Würden wir bei Putin noch mitgehen? Und bei einem Scharia-versprechenden Islamisten? Wird es langsam unangenehm?

Genau da müssen wir nämlich einmal hin. Da, wo es unangenehm wird. **Was wäre, wenn – hochgerechnet auf Deutschland – mehr als dreimal so viele Menschen wie am 11\. September, sagen wir in einer deutschen Großstadt, bestialisch abgemetzelt worden wären?** Und Deine Nachbarin Dir erzählt, wie ihr Kind vom Musikfestival aus anruft, in Todesangst, und plötzlich verstummt?

Was ich aus diesem Film mitnehme, ist die unbedingte Frage nach Krieg und Frieden. **Wir sehen an diesen Interviewpartnern, dass sie Menschen sind, dass sie realisieren, was sie da tun, dass sie damit nicht klarkommen.** Es würde mich interessieren, ob die Täter vom 7\. Oktober unter ähnlichen Gewissenskämpfen leiden. Es leiden die Opfer, es leiden die Täter, die sich der Tat stellen. Ein Soldat muss die Verantwortung für seine Befehle nach oben abgeben können – bis zu der Grenze, an der ein Befehl offensichtlich ein Verbrechen verlangt. Sonst funktioniert keine Armee. **Kann es eine Welt geben ohne Krieg? Wie kämen wir zu dieser Welt? Ein kleiner Hint: Ich vermute, Doppelmoral ist nicht der richtige Weg.** In die Waffenproduktion einsteigen und jammern ist nicht der richtige Weg. Aber was ist die Konsequenz des Gegenteils? Was passiert ohne Krieg?

Ich bin ins Kino gegangen, um anlässlich des Jahrestages zum 7\. Oktober über Völkermord zu schreiben. Viele sehen ihn, weil die Konsequenzen exakt auf die Liste in Artikel II der Konvention passen: **Tötung, schwere Schäden, zerstörte Lebensgrundlagen. Doch vor dieser Liste steht ein Satz, ohne den sie nichts bedeutet – die Absicht, ein Volk als solches zu zerstören.** Ich habe die Definition gelesen, den Krieg verfolgt, die Gegenseite gelesen. Ich sehe diese Absicht auf israelischer Seite nicht belegt. Auch NAZA hat sie mir nicht gezeigt. Entscheiden wird das ein Gericht, frühestens 2030\. Wer tiefer einsteigen will, findet unten die Quellen.

**Wir sind diejenigen, die das Wort Genozid kennen sollten.** Wir, das betroffene Publikum, die Nachfahren derer, die tatsächlich ein Volk auslöschen wollten, weshalb die Juden in der Welt Zuflucht in ihrer historischen Heimat suchten – **wir bodenlosen Feiglinge, wie wir dasitzen, schluchzend in unseren Kinosesseln!**

#### ****Definition Völkermord (Völkermordkonvention 1948)**

***Artikel I:** **Völkermord ist ein Verbrechen gemäß internationalem Recht, ob im Frieden oder im Krieg begangen. Die Vertragsparteien verpflichten sich, ihn zu verhüten und zu bestrafen.*

***Artikel II:** **Völkermord ist eine der folgenden Handlungen,* ***die in der Absicht begangen wird, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören** *:*

a) Tötung von Mitgliedern der Gruppe;

b) Verursachung von schwerem körperlichem oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe;

c) vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen;

d) Verhängung von Maßnahmen, die auf die Geburtenverhinderung innerhalb der Gruppe gerichtet sind;

e) gewaltsame Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe.

***Artikel III:** **Zu bestrafen sind:*

a) Völkermord,

b) Verschwörung zur Begehung von Völkermord,

c) unmittelbare und öffentliche Anreizung zur Begehung von Völkermord,

d) Versuch, Völkermord zu begehen,

e) Teilnahme am Völkermord.

  
**Wer aufrüstet, muss sagen, welche Kriegsführung er seinen eigenen Soldaten erlauben würde – und genau diesen Maßstab an Israel anlegen.** Nicht das Etikett Genozid, nicht „Krieg ist Krieg“.

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[\[1\]](applewebdata://A091DFDA-C568-43D4-84B0-B1949B9CDFAF#%5Fftnref1)So deckt sich meine individuelle Wahrnehmung, dass in den Hauptnachrichtensendungen heute, tagesschau, heute journal und tagesthemen, Sachpolitik dem politischen Streit und der Emotionalisierung weichen muss, mit Forschungsergebnissen der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und des privaten Instituts Media Tenor. https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/medienpolitik/572845/verschraenkte-veraenderungsprozesse-von-medien-und-gesellschaft/ und https://www.youtube.com/watch?v=0fInTjgqZjc

[\[2\]](applewebdata://A091DFDA-C568-43D4-84B0-B1949B9CDFAF#%5Fftnref2)Ob Gallant nur Hamas-Kämpfer meinte, ist umstritten. Das Zitat steht im unmittelbaren Kontext des Massakers: zwei Tagen nach dem Massaker. 

[\[3\]](applewebdata://A091DFDA-C568-43D4-84B0-B1949B9CDFAF#%5Fftnref3)Seit 2019 verlor die Automobilbranche 16 % der Arbeitsplätze (EY). Das ifo-Geschäftsklima für die Automobilindustrie brach im September 2026 drastisch auf minus 35 Punkte ein (Vormonat: −22 Punkte). Der Marktführer der Rüstungsindustrie, Rheinmetall, hat dagegen seine Mitarbeiterzahl seit 2021 um 75 % gesteigert und seinen Umsatz 2025 um fast 30 %. Gleichzeitig boomen Start-ups in diesem Segment: 2025 sammelten deutsche Start-ups für Verteidigung und Sicherheit 2,1 Milliarden US-Dollar Wagniskapital ein, mehr als 15 % des gesamten deutschen Wagniskapitals. 2026 kam mit Stark Defense ein weiteres Rüstungs-Start-up mit Milliardenbewertung hinzu.

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## Quellen

Kein Nachweisapparat, sondern eine Einladung. Zu jeder Quelle steht, warum sie sich lohnt. Wer nur eine Sache anklickt, klickt die erste.

### Zeugnisse vom 7\. Oktober

[ Videoarchiv · seit 9\. Oktober 2023 Edut 710 Fast zweitausend Zeugnisse von Überlebenden, Ersthelfern und Angehörigen. Alle drei Zitatkarten in diesem Text stammen von hier. Zum Archiv ](https://www.edut710en.org/?ref=ja-aber.eu) [ The Dinah Project · Juli 2025 A Quest for Justice Dokumentiert sexualisierte Gewalt am 7\. Oktober und in der Geiselhaft. Ordnet die Belege nach ihrer Nähe zum Geschehen. Bericht als PDF ](https://thedinahproject.org/wp-content/uploads/2025/07/The-Dinah-Project-full-report-A4-pages%5Fweb-1.pdf?ref=ja-aber.eu) 

### Völkerrecht und Vorssatz

[ Völkermord · Genozid Definition und Abgrenzung Der Begriff stammt vom jüdischen Jurist Raphael Lemkin zur Bezeichnung von Taten wie die des osmanischen Reichs gegen die Armenier. Wikipedia ](https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord?ref=ja-aber.eu) [ John Spencer · Tablet, Januar 2026 Gegen den Vorwurf Die stärkste Stimme gegen die Einordnung als Völkermord: Es fehlt der Vorsatz. Unbedingte Leseempfehlung (Englisch). Er macht einen eigenen Artikel hier überflüssig. tabletmag.com ](https://www.tabletmag.com/sections/israel-middle-east/articles/genocide-slur-israel-us-military?ref=ja-aber.eu) [ Omer Bartov · New York Times, Juli 2025 Für den Vorwurf Ein israelisch-amerikanischer Genozidforscher erklärt, warum er seine Einschätzung geändert hat. Ebenfalls über den Vorsatz. nytimes.com, Bezahlschranke ](https://www.nytimes.com/2025/07/15/opinion/israel-gaza-holocaust-genocide-palestinians.html?ref=ja-aber.eu) [ Jewish Chronicle · 9\. Oktober 2023 Die Belagerungsankündigung Der Wortlaut von Gallants Ankündigung, berichtet am selben Tag. Dieser Satz steht in beiden Lagern im Zentrum der Beweisführung. thejc.com ](https://www.thejc.com/news/israel/israel-orders-complete-siege-on-gaza-strip-sew23t1k?ref=ja-aber.eu) [ PCBS · Palestine in Figures 2023 Die Bevölkerung von Gaza Amtliche Statistik zur Altersstruktur. Wer über Opferzahlen streitet, braucht zuerst die Grundgesamtheit. Bericht als PDF ](https://www.pcbs.gov.ps/Downloads/book2693.pdf?ref=ja-aber.eu) [ Verfassungsblog · Juni 2025 Genocide in Gaza? Trennt, was in der Debatte dauernd vermischt wird: Gruppenbegriff, Staatenverantwortung und individuelle Strafbarkeit. Zur Analyse ](https://verfassungsblog.de/genocide-in-gaza/?ref=ja-aber.eu) 

### Geschichte

[ Von Norwich 1144 bis Kielce 1946 Die Ritualmordlegende Das Muster, das der Film nach meiner Lesart bedient, ohne es zu benennen. Achthundert Jahre Wirkungsgeschichte. Zur Darstellung ](PLATZHALTER-URL) 

### Wirtschaft und Rüstung

[ dpa · August 2026 Jobs verschwinden rasend schnell Verbindet die amtlichen Zahlen mit einer Analyse von EY. Nützlich, um die Größenordnung einzuordnen. autohaus.de ](https://www.autohaus.de/nachrichten/autohersteller/autoindustrie-jobs-verschwinden-rasend-schnell-3890980?ref=ja-aber.eu) [ Reuters · 5\. Oktober 2026 Die Stimmung sackt ab Der ifo-Index für die Autoindustrie misst die Erwartung, nicht die Lage. Genau darin liegt sein Wert. Zur Meldung ](https://de.marketscreener.com/boerse-nachrichten/ifo-stimmung-in-der-deutschen-autoindustrie-sackt-ab-in-der-krise-ce785ddbdf80f626?ref=ja-aber.eu) [ Rheinmetall · 11\. März 2026 Rekordjahre Umsatz, Ergebnis und Ausblick in den Worten des Unternehmens. Primärquelle, mit allem was das heißt. Pressemitteilung ](https://www.rheinmetall.com/de/media/news-watch/news/2026/03/2026-03-11-rheinmetall-bilanzvorlage-geschaeftsjahr-2025?ref=ja-aber.eu) [ Dealroom und NATO-Fonds · Februar 2026 Wohin das Wagniskapital fließt Investitionen in europäische Verteidigungs-Start-ups, nach Ländern aufgeschlüsselt. Hier sieht man die Verschiebung zuerst. Zur Auswertung ](https://www.businesswire.com/news/home/20260209771932/de?ref=ja-aber.eu) [ heise online · September 2026 Rekord bei Milliarden-Start-ups Aus dem Deutschen Startup Monitor 2026: wie viele der neuen Einhörner aus Rüstung und künstlicher Intelligenz kommen. heise.de ](https://www.heise.de/news/KI-Boom-und-Ruestung-bringen-Rekord-bei-Milliarden-Start-ups-11467566.html?ref=ja-aber.eu) [ Statistisches Bundesamt · August 2026 Stellenabbau in der Autoindustrie Die amtlichen Beschäftigungszahlen, ohne Zuspitzung. Pressemitteilung ](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26%5FN057%5F42.html?ref=ja-aber.eu) 

### Medien

[ Media Tenor · Analyse Was die Hauptnachrichten zeigen Ein privat finanziertes Institut zählt aus, worüber die Hauptnachrichten berichten und belegt: Fakten sind der Personalisierung gewichen. Dauer: 1 Stunde. Zur Analyse ](https://www.youtube.com/watch?v=0fInTjgqZjc&ref=ja-aber.eu) [ Bundeszentrale für politische Bildung Wie sich Nachrichten verändert haben Über die Verschiebung von der Sache zum Konflikt. Erklärt mehr über Berichterstattung als jede einzelne Sendungskritik. bpb.de ](https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/medienpolitik/572845/verschraenkte-veraenderungsprozesse-von-medien-und-gesellschaft/?ref=ja-aber.eu) 

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